Nittenau, ehemaliger Geflügelproduktionsbetrieb

Umnutzung des ehemaligen Produktionsstandorts mit Gewerbehallen in Wohnraum

Projektdaten


Auftraggeber: DEVO Grundbesitz GmbH & Co. KG
Gesamtgebiet: ca. 16.079 m²
Nettobauland: ca. 12.134 m²
Erschließungsfläche: ca. 3.110 m²
Öffentliche Grün- und Freiflächen: 838 m²

Wohneinheiten: 45 Wohneinheiten

Planungszeitraum: 2022 - Heute

Bauleitplanung
Städtebau
Erschließung

Beschreibung


Das ehemals gewerblich genutzte Areal eines Geflügelproduktionsbetriebs mit Schlachterei in Nittenau wurde von der DEVO Grundbesitz GmbH & Co. KG erworben, um die Fläche einer neuen Wohnnutzung zuzuführen. Im Zuge der Entwicklung werden die bestehenden Produktions- und Lagerhallen zurückgebaut, während das Verwaltungsgebäude erhalten bleibt.

Das Grundstück liegt am Ödischbach und weist durch die angrenzenden Freiflächen einen unmittelbaren Bezug zum landschaftlichen Umfeld auf. Auf dem rund 1,6 ha großen Grundstück ist die Errichtung von Doppel- und Reihenhäusern vorgesehen. Durch die Entwicklung der bislang gewerblich genutzten Fläche kann innerörtlich zusätzlicher Wohnraum geschaffen und eine bereits erschlossene Fläche einer nachhaltigen Folgenutzung zugeführt werden.

Nittenau

Der Bebauungsplan „Wohnen am Ödischbach“ wird im beschleunigten Verfahren nach § 13a BauGB aufgestellt. Ziel ist die planungsrechtliche Entwicklung eines Wohnquartiers mit Wohnbebauung und Kindertageseinrichtung auf dem ehemaligen Gewerbestandort. Die Planung nutzt ein innerörtliches Nachverdichtungspotenzial und stärkt damit die Innenentwicklung der Stadt Nittenau.


Das städtebauliche Konzept sieht eine maßvolle Wohngebietsentwicklung mit Doppelhaushälften vor. Die Bebauung wird über eine ringförmig geführte Erschließungsstraße angebunden, an der die einzelnen Baugrundstücke angeordnet sind. Dadurch entsteht eine übersichtliche und gut erschlossene Quartiersstruktur.

Die Anordnung der Gebäude orientiert sich an den bestehenden Wohngebieten in der Umgebung und greift deren Maßstab sowie die ortstypische Bebauungsstruktur auf. Durch die Ausrichtung der Gebäude können gut nutzbare private Freibereiche geschaffen werden. Gleichzeitig sorgen die Abstände zwischen den Baukörpern für eine offene und durchgrünte Gebietsstruktur.

Die Erschließung erfolgt von Norden über die bestehende Planstraße. Entlang des östlich gelegenen Ortsbachs bleiben Freiflächen erhalten, die einen Übergang zur freien Landschaft bilden. Insgesamt fügt sich die geplante Wohnbebauung in das bestehende Ortsbild ein und ergänzt die vorhandene Siedlungsstruktur am Ortsrand in angemessener Weise.


Die verkehrliche Erschließung des Quartiers erfolgt über die Thanner Straße. Das innere Straßennetz besteht aus einer Haupterschließungsstraße und mehreren Wohnstraßen, die als ringförmige Mischverkehrsflächen ausgebildet werden. Sämtliche Grundstücke sind direkt angebunden, Besucherstellplätze werden innerhalb des Quartiers angeordnet. Die Erschließung berücksichtigt die Anforderungen von Rettungs- und Entsorgungsfahrzeugen.

Parallel zur Straßenerschließung werden die erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen hergestellt. Das Gebiet wird an die öffentliche Wasser- und Abwasserversorgung sowie an das Strom- und Fernwärmenetz angebunden. Die Entwässerung erfolgt im Trennsystem. Niederschlagswasser wird überwiegend auf den Grundstücken zurückgehalten und versickert, wodurch ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser gewährleistet wird.

Die Planung schafft damit die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Umnutzung des ehemaligen Gewerbestandorts zu einem modernen Wohnquartier.